Wie eine Therapiesitzung bei mir aussehen kann
Viele Menschen fragen mich vor einer ersten Sitzung, wie sie sich eine Therapiesitzung mit mir eigentlich konkret vorstellen können. Gerade Somatic Experiencing® oder körperorientierte Traumaarbeit sind für viele zunächst schwer greifbar. Oft besteht die Sorge, dass belastende Erfahrungen noch einmal intensiv durchlebt oder ausführlich erzählt werden müssen.
So arbeite ich nicht.
In den Sitzungen entsteht zunächst ein sicherer und achtsamer Raum, in dem gemeinsam geschaut wird, was gerade da ist und was im Moment Unterstützung braucht. Dabei gibt es gesprächstherapeutische Anteile, gleichzeitig fließt immer wieder die Wahrnehmung des Körpers und des Nervensystems mit ein.
Oft geht es darum, langsamer zu werden und wahrzunehmen, was innerlich geschieht. Vielleicht zeigen sich Anspannung, Enge, Unruhe, Leere, Wärme, Bewegung, Impulse oder auch Momente von Ruhe und Sicherheit. Gemeinsam richten wir die Aufmerksamkeit behutsam darauf, ohne etwas erzwingen zu müssen.
Nicht die Geschichte allein steht im Mittelpunkt, sondern das, was im gegenwärtigen Moment im eigenen Erleben spürbar wird. Viele belastende Erfahrungen zeigen sich nicht nur in Gedanken, sondern auch im Nervensystem und im Körper. Über kleine Schritte kann wieder mehr Verbindung, Regulation und innere Sicherheit entstehen.
Die Begleitung passe ich immer individuell an. Manche Menschen möchten vor allem sprechen. Andere erleben den Zugang über Körperwahrnehmung als hilfreich. Oft entsteht ein Wechsel zwischen Gespräch, Spüren, innerem Wahrnehmen und kleinen Momenten des Innehaltens.
Je nach Wunsch oder Situation fließt auch die Kunsttherapie mit ein. Dafür braucht es keine besonderen Fähigkeiten. Häufig reichen bereits ein Blatt Papier und einige Stifte. Es geht nicht darum, „schöne“ Bilder zu malen oder kreativ sein zu müssen. Vielmehr können Bilder, Farben, Formen oder Bewegungen dabei helfen, innere Prozesse sichtbar und spürbar werden zu lassen. Dinge, für die es manchmal noch keine Worte gibt, bekommen so einen Ausdruck.
Die Übungen können dabei helfen, innere Prozesse zu unterstützen und neue Erfahrungen möglich zu machen. Oft entsteht über das Gestalten ein anderer Zugang zu Gefühlen, inneren Bildern oder alten Mustern. Nicht das Ergebnis steht dabei im Vordergrund, sondern der Prozess selbst. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“.
Manchmal entstehen in einer Sitzung vor allem Verständnis, Entlastung und Orientierung. Oder es werden Zusammenhänge spürbar und neue Erfahrungen möglich. Oft sind es kleine Veränderungen, die nach und nach mehr Stabilität, Lebendigkeit und Verbindung entstehen lassen.
