Wie greifen Elternbegleitung und Traumaheilung ineinander?
Eltern zu sein bedeutet oft, mit ganzem Herzen da sein zu wollen und gleichzeitig immer wieder an eigene Grenzen zu kommen. Viele Mütter und Väter erleben Situationen mit ihren Kindern, die starke Gefühle wie Hilflosigkeit, Wut, Überforderung, Rückzug oder Schuldgefühle auslösen. Oft entsteht dabei das schmerzhafte Gefühl, eigentlich anders reagieren zu wollen und es dennoch nicht zu schaffen.
Auch ich kenne diese Erfahrungen aus meinem eigenen Leben als Mutter. Immer wieder gibt es Momente, in denen alte Muster auftauchen, obwohl der Wunsch da ist, es anders zu machen. Gerade im Kontakt mit Kindern werden häufig unbewusst eigene Erfahrungen, Prägungen und Verletzungen berührt.
Durch meine eigene Therapie als Klientin und mein fachliches Wissen habe ich erfahren, dass Veränderung möglich ist. Nicht durch Perfektion oder Druck, sondern durch Verstehen, Bewusstwerden und neue Erfahrungen. Dieser Weg ist für mich nicht abgeschlossen, sondern ein fortlaufender Prozess. Mein eigener Weg als Mutter stärkt auch meine Haltung in der Begleitung anderer Eltern. Mir ist besonders ein achtsamer, wertfreier und menschlicher Umgang mit meinen Klient*innen wichtig.
In meiner Arbeit verbinde ich Traumaarbeit mit einem tiefen Verständnis für kindliche Entwicklung. Über viele Jahre habe ich mit Kindern und ihren Familien gearbeitet und dabei ein umfangreiches Wissen darüber aufgebaut, was Kinder in ihrer Entwicklung brauchen, wie sie auf Stress reagieren und wie sich Bindung, Sicherheit und emotionale Regulation entwickeln.
Dieses Wissen fließt unmittelbar in die Arbeit mit Eltern ein. Denn oft verändert sich etwas Entscheidendes, wenn verständlich wird, was hinter dem Verhalten eines Kindes steckt und gleichzeitig erkannt werden kann, was im eigenen Inneren berührt oder getriggert wird.
Häufig liegen hinter belastenden Situationen im Familienalltag nicht nur aktuelle Herausforderungen, sondern auch eigene biografische Erfahrungen oder transgenerationale Themen. Manche Muster begleiten Familien bereits seit Generationen und werden unbewusst, trotz des tiefen Wunsches, genau das nicht zu tun, weitergegeben.
Gerade frühe Verletzungen oder belastende Erfahrungen können sich im Nervensystem speichern und sich später in Beziehungen zeigen, besonders dort, wo Nähe entsteht. Viele Eltern erleben deshalb, dass alte Gefühle oder innere Spannungen plötzlich im Kontakt mit dem eigenen Kind auftauchen.
In meiner Begleitung entsteht ein sicherer und achtsamer Raum, in dem all das da sein darf. Es geht nicht darum, „perfekte Eltern“ zu werden. Sondern darum, sich selbst besser zu verstehen, innere Zusammenhänge zu erkennen und neue Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und den eigenen Kindern zu entwickeln.
Ich verbinde dabei den körperorientierten Ansätz aus Somatic Experiencing® mit meiner heilpädagogischen und kunsttherapeutischen Arbeit.
Gemeinsam schauen wir darauf, welche Muster sich immer wieder zeigen, was das Nervensystem in bestimmten Situationen braucht, welche Erfahrungen möglicherweise bis heute nachwirken, was Kinder in ihrer Entwicklung wirklich brauchen und wie neue Formen von Verbindung, Regulation und Sicherheit entstehen können.
Oft verändert sich dadurch nicht nur der Umgang mit dem eigenen Kind, sondern auch die Beziehung zu sich selbst.
Die Begleitung kann hilfreich sein bei wiederkehrender Überforderung im Familienalltag, belastenden Konflikten mit dem eigenen Kind, dem Gefühl alte Muster zu wiederholen oder dem Wunsch, Kindern anders begegnen zu können. Auch bei eigenen belastenden Kindheitserfahrungen, transgenerationalen Themen oder dem Wunsch nach mehr Ruhe, Verbindung und Sicherheit im Familienleben kann meine Begleitung unterstützend sein.
Veränderung beginnt häufig nicht durch Druck, sondern durch Verständnis, Mitgefühl und kleine neue Erfahrungen. Es ist möglich, den Kreislauf weitergegebener Verletzungen Schritt für Schritt zu unterbrechen.
